Freitag, 19. Juni 2015

Industrie 4.0 - unser aller Leben wird sich verändern, das "WIE" ist noch offen

Der jährlich stattfindende, sehr empfehlenswerte Technologie-Tag der NTB (Neues Technikum Buchs), ist eine sehr gute Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen der Forschung, in Kooperation mit der Wirtschaft, ein Bild zu machen. 

Unter dem Thema
"Industrie 4.0 - ein roter Faden"


Quelle: Deloitte AG, Schweiz - Studio Werkplatz 4.0

zeigten am 18. Juni 2015 Professoren der NTB, Buchs (CH), wie auch geladene Gäste aus der Praxis auf, inwieweit die Entwicklungen der Industrie 4.0 in den unterschiedlichen Bereichen bereits umgesetzt worden sind, welche Chancen, aber auch Gefahren die Entwicklungen der "Industrie 4.0" mit sich bringen werden. 

Was hat "Industrie 4.0" mit mir zu tun?

"Einerseits war ich fasziniert, welche neuen Möglichkeiten sich für uns alle eröffnen werden, andererseits war ich besorgt darüber, wie sehr sich unsere Berufswelt und somit auch unser restliches Leben, verändern wird. 


Mit einem der NTB-Professoren habe ich mich in der Pause unterhalten und mich erkundigt, ob sich die Forschung bereits damit beschäftigt, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Arbeits- und Unternehmerwelt, aber vor allem auf die Menschen generell, haben wird. Meines Erachtens wird diese Entwicklung positive, aber auch viele negativen und einschneidende Veränderungen in unserem Leben nach sich ziehen.

Er verneinte. Darüber werde noch nicht nachgedacht. Er bestätigte mir, dass diese negativen Veränderungen erfolgen könnten, indem sich Fachwissen, Arbeiten und Dienstleistungen erübrigen. Denn die Smart-Technologie mache es möglich, dass z.B. ein Maschinen- oder Werkzeugproduzent, seine Produkte direkt über das digitale Netz bei seinen Kunden steuern, adaptieren und reparieren könne.  

Es werden somit nicht nur Menschen Ihren Job verlieren, die einfache Arbeiten verrichten. Es wird auch gut ausgebildete und erfahrene Menschen, Einzelunternehmer, Gewerbetreibende und KMU´s treffen. Denn ihr Wissen und ihre Erfahrungen werden nicht mehr gebraucht. Die Maschinen werden in der Lage sein, viele dieser Arbeiten oder Dienstleistungen über die Smart-Technologie effizienter und perfekter auszuführen. 

In diesem Artikel habe ich versucht, einige Punkte aufzuzeigen, wodurch sich diese Veränderungen vollziehen werden. Beschäftigen Sie sich bitte aus Eigeninteresse mit dem Thema "Industrie 4.0!"


Faszinierendes
Schauen Sie sich in diesem Beitrag unter "Beispiele" vor allem die VIDEOS unter "Roboter im Healthcare- und Kunstbereich" und jenes unter "Cyberwar" an!


Ziel der Industrie 4.0 
Über Smart-Technologie werden Maschinen mit allen notwendigen Informationen und Funktionen so ausgestattet, dass sie untereinander kommunizieren, sich gegenseitig optimieren, überprüfen, reparieren und eigenständig steuern können. Die Produktion wird dadurch effizienter, kostengünstiger und kann problemlos in Billiglohnländer verlagert werden. 

Diese Prozesse werden bereits umgesetzt und laufend ausgeweitet durch:
  • Smart-Sensoring 
  • Scanning
  • Nano-Material
  • Robotic
  • 3D-Print

Auf diese Weise werden Produktionsprozesse enorm optimiert und beschleunigt. Qualitätskontrollen, wie notwendige Adaptierungen, erfolgen innerhalb kürzester Zeit bzw. teilweise bereits parallel zur Produktion und in Echtzeit. 


Welche Berufe/Betriebe wird es noch geben?
Die "Industrie 4.0" wird nicht nur das Angebot der Wirtschaft, sondern auch die Bedürfnisse und das Verhalten der Gesellschaft verändern. Inwieweit welche Unternehmensbranchen sich verändern, verschwinden, oder aber neu geboren werden, das weiß heute noch niemand. 

Die Themen der neuen Entwicklung sind: 
  • Smart Mobility
  • Smart Grids
  • Smart Logistic
  • Smart Homes
  • Smart Buildings


Studie zu Werkplatz 4.0 
Herr Dr. Ralf C. Schlaepfer, Managing Partner der Deloitte AG, Schweiz, hat einleitend aus seiner Studie berichtet.



Download Studie

Besonders hat er darauf hingewiesen, dass die Entwicklung "Industrie 4.0" schon in ein paar wenigen Jahren in kurzer Zeit exponentiell ansteigen wird und unser gesamtes Leben, aber vor allem die Arbeitswelt verändern wird


Quelle: Deloitte AG, Schweiz - Studie Werkplatz 4.0

Abschließend hat Herr Dr. Schlaepfer aufgezählt, welche Punkte für Unternehmen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden:

  • Partnering - mit anderen Unternehmen stärker kooperieren
  • Kunden bei der Entwicklung miteinbeziehen
  • neue Pricing-Modelle entwickeln (Bsp. Rolls Royce - Leasing von Flugzeugturbinen)
  • Jahrespläne neu: 10-Jahresvision und 1-Jahresplan


Beispiele - Kooperation NTB mit "Industrie 4.0"

Winterhalter - Großspülmaschinen mit eingebauten Sensoren zur selbststeuernden Energieeinsparung

Micronor - Entwicklung von Sensoren zur Messprüfung von Turbinenschaufeln während der Produktion. 

Amphasys - Entwicklung von Labor-Chips zur Zellanalyse (Keimprüfung) in der Milchproduktion. Qualitätskontrolle in Echtzeit. 

KMIP4J - Security-Management von Verschlüsselungsdaten (Opensource-Software)

NTB - Prof. Dr. Norbert Frei - Datenvernetzung (Vernetzung von Information u. Wissen) zwischen Maschinen (Smart Data for Smart Machining) - Infos über Rohmaterial zur Werkzeugherstellung, Maschinensteuerung, Maschinenwechsel je nach Bauteiltyp.

Roboter im Healthcare- u. Kunstbereich (Videos)

Cascination - Navigationssystem für Roboter zum Schädeldurchstich, um Gehörsensoren in die menschliche Gehörschnecke zu implantieren. Beispielvideos!

Pygmies - Soren Pors & Apana Rao -  NTB entwickelt gemeinsam mit den Künstlern einen  2 m großen Würfel, der durch das Näherkommen von Besuchern, sich vergrößert, schrumpft oder zusammenzuckt. 


Cyberwar - Gefahren u. Risiken der Vernetzung von Menschen und Maschinen 

Oberst Gst Gérald Vernez, Chef Cyber-Defense Schweizer Armee, hat in sehr humorvoller Art und Weise aufgezeigt, welche Gefahren und Risiken die zunehmende Vernetzung von Menschen und Maschinen mit sich bringen wird. 

Der große Fehler bezüglich gläserner Mensch, befinde sich zwischen Bildschirm und Stuhl, weshalb er uns allen empfiehlt, sich über diese Videos bewusst zu machen, was passiert, wenn wir von uns aus zu viele Informationen selbst ins Netz setzen bzw. immer mehr unserer Lebensbereiche online abwickeln. 

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